{"id":131,"date":"2013-04-26T13:11:48","date_gmt":"2013-04-26T11:11:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fv-gewi.at\/gezeit\/?p=131"},"modified":"2018-04-05T13:28:46","modified_gmt":"2018-04-05T11:28:46","slug":"paedagoginnenbildung-neu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gewi.bagru.at\/gezeit\/archiv\/2013\/paedagoginnenbildung-neu\/","title":{"rendered":"P\u00e4dagogInnenbildung Neu"},"content":{"rendered":"<section id=\"body\">\n<div class=\"inner\">\n<h2>oder \u201eEs ist noch zu fr\u00fch, um zu feiern\u201c<\/h2>\n<p>Seit 2008 wird in \u201eExpertInnengruppen\u201c an einer P\u00e4dogInnenbildung mit \u201ezentralen Eckpunkte(n) f\u00fcr eine moderne Ausbildung f\u00fcr Lehrerinnen und Lehrer\u201c [1] gearbeitet.<br \/>\nAm 3. April 2013 haben Schmid und T\u00f6chterle bereits zum zweiten Mal einen Gesetzentwurf pr\u00e4sentiert, dessen Umsetzung sich seit April auch die Universit\u00e4t Wien widmet. Eine Entwicklungsgruppe f\u00fcr die Uni Wien wurde im April beauftragt, die Rahmenbedingungen f\u00fcr das aktuelle Lehramtsstudium in die Struktur des Bologna-Systems zu \u00fcberf\u00fchren.<\/p>\n<p>Ein achtsemestriger Bachelor mit 240 ECTS \u2013 und ein bis dato noch nicht definierter Master mit einer ebenso wenig verhandelten Induktionsphase (Berufseinf\u00fchrung) \u2013 soll nun im Sinne des mehr als l\u00fcckenhaften Regierungsentwurfes, konzipiert werden. Der Bachelor, sowie der Master, sind f\u00fcr die allgemeinbildende Sekundarstufe vorgesehen und laut Regierungsentwurf sowohl von den PHs als auch von den Unis zu bespielen. Die Trennung von PH und Unis soll aufgehoben werden, die LehrerInnen(aus)bildung eine gleichwertige sein. Dies sieht das Bundesministerium f\u00fcr Wissenschaft und Forschung naturgem\u00e4\u00df anders: \u201eDie Anforderungen an einen Deutschlehrer in der NMS [Neue Mittelschule] sind andere als die an einen Deutschlehrer in einem humanistischen Gymnasium\u201c [2]. Dass aber durch die Trennung der LehrerInnenbildung auch weiterhin an einem \u201eZwei-Klassen-Schulsystem\u201c festgehalten wird, ist erst in zweiter Instanz ersichtlich. Sowie aber auch die \u201eNeue Mittelschule\u201c nur eine Umetikettierung erfahren hat, l\u00e4uft nun auch die LehrerInnenbildung an der Universit\u00e4t Wien Gefahr, einem Ummaschelungsprozess zu unterlaufen: der achtsemestrige Bachelor entspricht dem derzeitigen Diplomstudium ohne dem zus\u00e4tzlichen Semester f\u00fcr die Diplomarbeit.<\/p>\n<p>Inwiefern Querschnittsmaterien wie Mehrsprachigkeit, Inklusionsp\u00e4dagogik (derzeitige \u201eSonderschulausbildung\u201c) und anderes in einem derart straff auferlegten Bachelor an der Universit\u00e4t Platz finden wird, ist fraglich; insbesondere, da der aktuelle Regierungsentwurf keine freien Wahlf\u00e4cher oder Erweiterungscurricula vorsieht. Umso vehementer wird seitens der \u00d6H gefordert, dass das Lehramt nicht in das Bologna-System gepresst wird, ohne jegliche Neuerungen, wie fr\u00fcher einsetzende Praxis \u2013 welche nicht daraus besteht, eine einzige Stunde mit drei KollegInnen zu halten \u2013 und fachdidaktische Lehrveranstaltungen, welche mit den Fachwissenschaften verschr\u00e4nkt angeboten werden. An der Uni Wien soll in Zukunft ein Praxissemester angeboten werden, bei welchem alle vier S\u00e4ulen der LehrerInnenbildung (Fachwissenschaft, Fachdidaktik, Bildungswissenschaft und Schulpraxis) vereint sind. Das Praxissemster ist zu begr\u00fc\u00dfen, doch darf es nicht die einzige Praxis im Studium neben dem P\u00e4dagogischen Praktikum (P\u00c4P) in seiner jetzigen Form sein.<\/p>\n<p>Die PH ist vor allem f\u00fcr das fr\u00fche Einsetzen der Praxis bekannt und bietet prim\u00e4r in dieser S\u00e4ule eine Kooperationsm\u00f6glichkeit mit den Universit\u00e4ten. Das oft genannte Argument der notorischen wissenschaftlichen Insuffizienz, die den PHs oft unterstellt wird, steht jenem der in der Lehrerinnenbildung \u00e4u\u00dferst dogmatischen Universit\u00e4t gegen\u00fcber. Der neue Regierungsentwurf sieht vor, dass statt eines zweiten Schulfaches auch eine Spezialisierung in Medienp\u00e4dagogik, Inklusionsp\u00e4dagogik, Mehrsprachigkeit und anderem m\u00f6glich ist.<br \/>\nDiese Alternative ist zumindest f\u00fcr die PH kein Novum, was ebenso eine Kooperationsfl\u00e4che zwischen den beiden Institutionen erm\u00f6glicht und w\u00fcnschenswert macht.<\/p>\n<p>Dass vor allem der Master Konflikte provoziert, liegt nicht zuletzt an der Tatsache, dass ihn auch die P\u00e4dagogischen Hochschulen anbieten werden d\u00fcrfen und an der Ungewissheit der Integrierung der ein- bis zweij\u00e4hrigen Induktionsphase in den Master selbst. Jener muss mindestens 60 ECTS umfassen und ein maximales Ausma\u00df von 120 ECTS annehmen. Die Forderung der \u00d6sterreichischen Hochsch\u00fclerInnenschaft, dass es ein Masterstudium mit 120 ECTS mit einer integrierten Induktionsphase geben sollte, nicht nur um die soziale Absicherung der StudentInnen, sondern auch um eine internationale Anerkennung des Abschlusses zu garantieren, ist grundlegend. Ein 90 ECTS Master, wie er f\u00fcr die Uni Wien vorgesehen ist, kann auch die Auswirkung haben, dass er nicht zum Doktorat bef\u00e4higt.<\/p>\n<p>Ein weiteres Politikum, das seit Jahren grassiert, ist die Frage der Fortbildung. Bis dato waren es immer nur die PflichschullehrerInnen, die zur Fortbildung verpflichtet wurden und die PHs, die diese getragen haben. Es muss der Anspruch gestellt werden, dass in Zukunft alle P\u00e4dagogInnen zur Fortbildung verpflichtet werden, um auch in Zukunft einen guten Unterricht zu garantieren, und dass sowohl Unis als auch PHs Fort-und Weiterbildungskurse anbieten.<\/p>\n<p>Die kommenden curricularen Entwicklungen, die an der Uni Wien dreistufig vonstatten gehen sollen, m\u00fcssen zur Sicherung der Qualit\u00e4t und des tats\u00e4chlichen Fortschrittes der LehrerInnenbildung von den Vorgaben des Regierungsentwurfes abweichen d\u00fcrfen. Selbst ein parteipolitisch eingesetzter Qualit\u00e4tssicherungsrat, der lediglich eine \u201eStellungnahme\u201c zu den Curricula abgeben darf, die aber bei Nichtrespektierung zur Streichung staatlicher Finanzierung der Universit\u00e4ten f\u00fchrt, darf keinen Einfluss auf die Umsetzung der LehrerInnenbildung neu an der Uni Wien nehmen. Die LehrerInnenbildung darf keinem Kr\u00e4ftemessen zwischen dem Bundesministerium f\u00fcr Wissenschaft und Forschung (BMWF) und dem Bundesministeriums f\u00fcr Unterricht, Kunst und Kultur (BMUKK) und ergo den PHs und Universit\u00e4ten unterliegen und somit eine m\u00f6gliche fruchtbare Kooperation und Neuerungen verunm\u00f6glichen. Die \u00d6sterreichische Hochsch\u00fclerInnenschaft fordert daher einmal mehr, dass das Lehramt keine Nivellierung nach unten erf\u00e4hrt, sondern eine qualitativ hochwertige Ausbildung in Kooperation mit den P\u00e4dagogischen Hochschulen wird, die keinen parteipolitischen Diktaten unterworfen und den Anspr\u00fcchen zuk\u00fcnftiger Anforderungen an LehrerInnen gerecht wird.<\/p>\n<p>[1] http:\/\/www.bmukk.gv.at\/medienpool\/19218\/labneu_endbericht.pdf<br \/>\n[2] http:\/\/diepresse.com\/home\/bildung\/schule\/1384678\/Toechterle-und-Schmied-streiten-um-AHSLehrer<\/p>\n<\/div>\n<\/section>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>oder \u201eEs ist noch zu fr\u00fch, um zu feiern\u201c Seit 2008 wird in \u201eExpertInnengruppen\u201c an einer P\u00e4dogInnenbildung mit \u201ezentralen Eckpunkte(n) f\u00fcr eine moderne Ausbildung f\u00fcr Lehrerinnen und Lehrer\u201c [1] gearbeitet. Am 3. April 2013 haben Schmid und T\u00f6chterle bereits zum&hellip; <a href=\"https:\/\/gewi.bagru.at\/gezeit\/archiv\/2013\/paedagoginnenbildung-neu\/\" class=\"more-link\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"inline_featured_image":false,"footnotes":""},"categories":[23],"tags":[],"coauthors":[30],"class_list":["post-131","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-23"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gewi.bagru.at\/gezeit\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/131","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/gewi.bagru.at\/gezeit\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gewi.bagru.at\/gezeit\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gewi.bagru.at\/gezeit\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gewi.bagru.at\/gezeit\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=131"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/gewi.bagru.at\/gezeit\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/131\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":132,"href":"https:\/\/gewi.bagru.at\/gezeit\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/131\/revisions\/132"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gewi.bagru.at\/gezeit\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=131"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gewi.bagru.at\/gezeit\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=131"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gewi.bagru.at\/gezeit\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=131"},{"taxonomy":"author","embeddable":true,"href":"https:\/\/gewi.bagru.at\/gezeit\/wp-json\/wp\/v2\/coauthors?post=131"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}