{"id":150,"date":"2014-03-24T14:28:12","date_gmt":"2014-03-24T13:28:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fv-gewi.at\/gezeit\/?p=150"},"modified":"2018-04-05T13:28:28","modified_gmt":"2018-04-05T11:28:28","slug":"editorial-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gewi.bagru.at\/gezeit\/archiv\/2014\/editorial-2\/","title":{"rendered":"Editorial"},"content":{"rendered":"<section id=\"mitte\" class=\"grid_10\">\n<section id=\"body_content\" class=\"no_side_body no_body_content_left no_body_content_right\">\n<section id=\"body\">\n<div class=\"inner\">\n<p>Diese Gezeit ist die erste der kommenden Ausgaben, die es sich zum Ziel gemacht hat, im gr\u00f6\u00dferen Rahmen einen kritischen Blick auf die 650-Jahr-Feier der Universit\u00e4t Wien (\u201eBesserwisserin\u201c?) zu werfen.<br \/>\nDie Universit\u00e4t feiert sich 2015 ein weiteres Mal selbst, ohne dabei einen selbstkritischen Blick auf ihre Geschichte oder die bildungspolitischen Zust\u00e4nde rund um universit\u00e4re Bildung fallen zu lassen. Das Bild, welches die Uni Wien verzweifelt von sich selbst vor und w\u00e4hrend des Jubil\u00e4umsjahres zeigen will, thematisiert weder die schlechten Studienbedingungen, wie zum Beispiel die STEOP und starke Zugangsbeschr\u00e4nkungen in einzelnen F\u00e4chern, noch die Geschichte und Verantwortung der Universit\u00e4t w\u00e4hrend des Austrofaschismus und Nationalsozialismus, sowie den jahrhundertelangen strukturellen Ausschluss von Frauen. Stattdessen wird eine kritische Geschichtsaufarbeitung konsequent ausgeblendet oder gar ein Opfermythos geschaffen, der die Beteiligung der Uni Wien an der Ausgrenzung und Verfolgung j\u00fcdischer und systemkritischer Studierender und Lehrender ausschlie\u00dfen will. Die Uni Wien feiert ihre Helden ohne sich mit manchen von ihnen allzu sehr befassen zu wollen (siehe z.B. den Artikel zu Franko). Ein Schelm, wer dabei denkt, die Uni Wien wolle sich selbst mit ihrer eigenen Abfeierung reinwaschen&#8230;<br \/>\nDas Ziel der kommenden Ausgaben f\u00fcr die GeZeit ist es, eben jene Problemfelder der Geschichtsaufarbeitung kritisch aufzugreifen, den Finger in die offene Wunde zu legen und einen expliziten Gegenpol zur Erinnerungspolitik und zu den geplanten \u201eFeierlichkeiten\u201c der Uni Wien zu schaffen. Da wir \u2013 im Gegensatz zur Uni Wien \u2013 sehr wohl der Meinung sind, dass sich Studierende mit der Vergangenheit und den aktuellen (bildungs-)politischen Ereignissen an der Uni Wien auseinandersetzen k\u00f6nnen und wollen, war und ist es uns ein Anliegen, hier eine Plattform zu schaffen.<br \/>\nDie vorliegenden Artikel lassen sich grob in zwei Themenbl\u00f6cke einteilen: Zum einen wird ein kritischer Blick auf den Umgang der Universit\u00e4t Wien mit der eigenen Geschichte in Form von u.a. Denkm\u00e4lern, B\u00fcsten, Tafeln, als auch auf die Selbstinszenierung des eigenen \u00d6kotops Universit\u00e4t Wien geworfen.<br \/>\nHier ist besonders die Kampagne \u201eBesserwisserin seit 1365\u201c zu thematisieren. Die Universit\u00e4t st\u00f6rt sich nicht daran, ein Plakat, Taschen und Shirts mit einer weiblichen Silhouette zu verzieren und besitzt dann auch noch die Dreistigkeit, unterschwellig zu behaupten, Frauen seien seit 650 Jahren Teil des Systems Universit\u00e4t Wien. Und das, obwohl \u201eBesserwisserinnen\u201c gerade einmal seit etwas mehr als 100 Jahren auf der Universit\u00e4t studieren k\u00f6nnen. Unser zweiter Themenschwerpunkt wird sich eben damit besch\u00e4ftigen: der systematischen Exklusion von Frauen, ihrer Unterrepr\u00e4sentation in der Geschichte und in symbolischem Gedenken, welche bis heute anh\u00e4lt und nur oberfl\u00e4chlich behandelt wird.<\/p>\n<h3>Titelbild<\/h3>\n<p>Deshalb haben wir uns auch dazu entschlossen vier bedeutende Wissenschaftlerinnen der Universit\u00e4t Wien auf das Cover dieser Gezeit Ausgabe zu geben [1].<\/p>\n<p>Elise Richter war die erste Univerisit\u00e4tsprofessorin \u00d6sterreichs, sie wurde 1905 als erste Frau an der Universit\u00e4t Wien habilitiert.<\/p>\n<p>Gabriele Possanner von Ehrenthal war die erste Frau, die in \u00d6sterreich eine Doktorw\u00fcrde erhielt, sie studierte in der Schweiz. Um in Wien praktizieren zu k\u00f6nnen, musste sie alle Pr\u00fcfungen noch einmal in Wien ablegen, damit ihr Abschluss anerkannt wurde.<\/p>\n<p>Olga Ehrenhaft-Steindler war die erste Frau, die 1903 an der Universit\u00e4t Wien ein Doktorat in Physik erwarb.<\/p>\n<p>Lise Meitner [&#8230;]<\/p>\n<h3>Fu\u00dfnote:<\/h3>\n<p>1: Die auf dem Cover abgebildeten Bilder stammen alle von http:\/\/www.protestwanderweg.at\/rahlg\/rahlg_06.php [Zugriff 24.03.2014]<\/p>\n<\/div>\n<\/section>\n<\/section>\n<\/section>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Gezeit ist die erste der kommenden Ausgaben, die es sich zum Ziel gemacht hat, im gr\u00f6\u00dferen Rahmen einen kritischen Blick auf die 650-Jahr-Feier der Universit\u00e4t Wien (\u201eBesserwisserin\u201c?) zu werfen. 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