{"id":195,"date":"2015-05-26T16:04:44","date_gmt":"2015-05-26T14:04:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fv-gewi.at\/gezeit\/?p=195"},"modified":"2018-04-05T13:28:09","modified_gmt":"2018-04-05T11:28:09","slug":"wie-schaffst-du-das-eigentlich-alles","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gewi.bagru.at\/gezeit\/archiv\/2015\/wie-schaffst-du-das-eigentlich-alles\/","title":{"rendered":"\u00bbWie schaffst du das eigentlich alles?\u00ab"},"content":{"rendered":"<section id=\"body\">\n<div class=\"inner\">\n<h2>Studium, Aktivismus, Elternsein: ein Interview mit mir selbst<\/h2>\n<p><strong>Frau van Bommel (Gezeit): Hallo, Hanna! Erstmal danke, dass du dir Zeit genommen hast f\u00fcr dieses Interview zu so sp\u00e4ter Stunde.<\/strong><\/p>\n<p>Hanna: Passt schon&#8230;<\/p>\n<p><strong>FvB: Lass uns doch zuerst \u00fcber Studieren mit Kind reden: Wie hast du das bis jetzt erlebt?<\/strong><\/p>\n<p>H: Ok &#8211; also, mein Bachelorstudium habe ich gemacht, als mein Kind ein bis drei Jahre alt war. Das ging irgendwie, aber es war nat\u00fcrlich schwierig. Ein Hauptproblem ist, dass ich klarerweise weniger Zeit hab als meine Mitstudis. Ich kann nur Seminare belegen, die in der Kindergartenzeit liegen \u2013 auch wenn sie nicht unbedingt meine bevorzugten sind \u2013 und ich muss gerade beim Lernen und unter Abgabestress gutes Zeitmanagement betreiben. Das hei\u00dft z.B. vormittags in der Uni sein, am fr\u00fchen Nachmittag das Kind abholen, einen super Quality-Time-Nachmittag verbringen, irgendwo dazwischen die allf\u00e4llige Reproduktionsarbeit unterbringen und nachdem das Kind im Bett ist, sich noch diszipliniert ein paar Stunden hinsetzen und schreiben, lernen, lesen etc.<\/p>\n<p><strong>FvB: Puh&#8230;<\/strong><\/p>\n<p>H: Warte mal, war ja noch nicht fertig! Wenn dein Kind krank ist, vergr\u00f6\u00dfert sich dein Kontingent erlaubter Fehlstunden in Seminaren nat\u00fcrlich trotzdem nicht. Und wenn du mitten im Studium schwanger bist, kannst du nicht einfach wie eine angestellte Person drei Jahre in Karenz gehen. Willst du die Zulassung nicht verlieren, sind maximal zwei Urlaubssemester oder so drin. Da gibt\u2019s dann aber weder Familien- noch Studienbeihilfe, also auch kein Semesterticket und so weiter&#8230; Oder du ziehst es halt mit S\u00e4ugling durch. Wo kannst\u2018n in der Uni bitte stillen? Wenn du dann noch \u201enebenbei\u201c arbeiten \u201ewillst\u201c &#8211; oder besser gesagt: musst&#8230; Viel Spa\u00df! Oder vielleicht hast auch noch eine Beziehung, dann kannst jeden Tag neu mit den Priorit\u00e4ten jonglieren. Aber irgendwie hab ich das Gef\u00fchl, dass ich hier nichts Neues erz\u00e4hl\u2018. Ich glaube, dass es den meisten unterbewusst klar ist, was es zeit- und demnach auch schlafressourcenm\u00e4\u00dfig (hebt den Zeigefinger) bedeutet, mit Kind zu studieren. Deswegen werd\u2018 ich ja immer wieder gefragt, wie ich das denn alles geschafft h\u00e4tte oder schaffen w\u00fcrde. Obwohl meistens ein \u201eIch w\u00fcrd\u2018 das ja nicht k\u00f6nnen!\u201c hinterher geschoben wird, h\u00f6r ich da weniger raus, dass sich die Leute nicht vorstellen k\u00f6nnen, dass es geht. Eher, dass sie sich das schon ausmalen k\u00f6nnen, aber zumindest zum jetzigen Zeitpunkt keinen Bock drauf haben.<\/p>\n<p><strong>FvB: Hm&#8230; Wie schaut\u2018s mit dem Sozialleben aus? In die Disko mit Kind?<\/strong><\/p>\n<p>H: Haha (rollt die Augen)! Ich bin ja nicht alleinerziehend, das hei\u00dft, ich hab auch schon mal ganze Tage und auch Abende frei. Ich kann also wahrscheinlich nicht so viel ausgehen wie andere Studis, aber ab und zu schon.<\/p>\n<p><strong>FvB: Das trifft dann auch etwa auf Treffen von Politgruppen zu, oder?<\/strong><\/p>\n<p>H: Ja, voll. Es ist halt leider die Realit\u00e4t, dass die meisten Plena zu Zeiten stattfinden, wo Kinder nicht mehr institutionell betreut werden und die potentiellen Babysitter*innen hocken meist selbst bei den Treffen. Das Kind einfach mitnehmen geht auch nicht immer und unbedingt, gerade abends \u00fcberschneiden sich die Plenums- mit den Bettgehzeiten. Mal davon abgesehen sind die Gruppenr\u00e4ume, in denen Treffen stattfinden, nicht immer die saubersten und kinderfreundlichsten Umgebungen \u2013 Stichwort Rauchen&#8230; Je nachdem, in welchem Umfeld man* sich bewegt, spielt vielleicht auch Gewalt und Militanz eine Rolle. Ich hab mein Kind schon ab und zu mal im Kinderwagen auf Ungehorsams wie Blockaden oder so mitmache, \u00fcberleg ich mir dreimal mit Kind. Ist es auf der Demo mit dabei, werde ich tunlichst vermeiden, mich aufschreiben oder kesseln zu lassen. Ist es nicht dabei, bin ich vielleicht zu mehr bereit. Aber ich hab mich nicht nur einmal gefragt, was mit meinem Kind ist, wenn ich mal ins PAZ mitgenommen werden w\u00fcrde und am Ende vielleicht so lang sitz\u2018 wie Josef&#8230;<\/p>\n<p><strong>FvB: Stimmt. Erinnert mich an die zwei von Pussy Riot, die auch M\u00fctter* sind.<\/strong><\/p>\n<p>H: Bin mir nicht sicher, ob man* die Umst\u00e4nde jetzt so vergleichen kann. Au\u00dferdem macht man* sich solche Gedanken vielleicht auch ohne Kind, nur denkt man* vielleicht an die Freund*in, andere Familienangeh\u00f6rige oder einfach nur das Studium, dass man* abschlie\u00dfen will, denk ich mir grad.<\/p>\n<p><strong>FvB: Wahrscheinlich. Gibt es denn auch inhaltliche Dinge, wo du als Mutter* mit deiner politischen Einstellung oder denen in deinem Umfeld in Konflikt gekommen bist?<\/strong><\/p>\n<p>H: Naja, zuerst einmal hat das Kinder-Haben in linken Umfeldern schon auch Vorteile. So komme ich vielleicht durch meinen Alltag eher drauf, auch mal die Care-Perspektive in Debatten einzubringen. Andererseits bin ich es inzwischen auch langsam leid, dass man* als Elternteil so ein bisschen den Expert*innenstatus innehat, wenn es um die Thematisierung von Kindern geht&#8230; Aber zur\u00fcck zum Thema: Nat\u00fcrlich gibt es da viele offene Fragen, aber die meisten stelle ich mir wohl selbst. Zuerst sind Menschen mit Kindern einmal mehr mit Rollenverst\u00e4ndnissen f\u00fcr sich und die Kinder konfrontiert. Schon bei der Namensgebung, um mal nur ein Beispiel zu nennen. Erfahrungsberichte \u00fcber die Herausforderungen des feministischen Elternseins f\u00fcllen inzwischen seitenweise B\u00fccher und Blogs. Das l\u00e4sst sich auch meistens noch zu einem gewissen Grad mit linker Politik und Subkultur in Einklang bringen. Aber ich mein&#8230; Ohne, dass mir das jeman*d mal direkt vorgeworfen h\u00e4tte, aber das Kinder-Haben an sich kann ja durchaus als reaktion\u00e4r betrachtet werden.<\/p>\n<p><strong>FvB: Wie jetzt?<\/strong><\/p>\n<p>H: Also, ich wurde zwar schon oft gefragt, ob mein Kind denn geplant war \u2013 ja klar (tippt sich an die Stirn) \u2013 aber ich hab\u2018 mich nie daf\u00fcr rechtfertigen m\u00fcssen, dass ich mich f\u00fcr ein Kind entschieden hab. Das wird dann zum Gl\u00fcck so akzeptiert. Aber ich selbst frage mich schon, wie ich diese Entscheidung mir und der so genannten Gesellschaft gegen\u00fcber rechtfertige \u2013 oder sagen wir: argumentiere. Die Gr\u00fcnde, die mir einfallen, die pers\u00f6nlich f\u00fcr ein Kind oder mehrere sprechen, sind eher egozentrisch oder nicht mit meiner politischen Einstellung zu vereinbaren. Also, zum Beispiel, dass man* einfach \u201eeine Familie gr\u00fcnden\u201c oder \u201eMutter*\/Vater* sein\u201c will oder schlichtweg gegen Abtreibung ist.<\/p>\n<p><strong>FvB: Hm, gibt\u2019s da nicht noch andere?<\/strong><\/p>\n<p>H: Dahingegen kommt ja von kinderlosen Personen auch mal die Aussage, dass sie in diese Welt kein Kind setzen wollen. \u00dcberhaupt wird jetzt durch diese pseudofeministische Wieder-Mutter-Sein-D\u00fcrfen-Diskussion der letzten Jahre eine Gegenbewegung stark, wo kinderlose Menschen \u00fcber ihre gewollte Kinderlosigkeit schreiben, was sie eben gesamtgesellschaftlich ganz gut begr\u00fcnden k\u00f6nnen. Das ist eine Quasi-Reaktion auf diesen st\u00e4ndigen Rechtfertigungszwang, dem kinderlose Menschen ab einem bestimmten Alter ausgesetzt sind. Oder eigentlich nur cis-Frauen, w\u00fcrd\u2018 ich sogar behaupten. Leider rutschen derlei Texte hin und wieder in ein Gegeneinander-Ausspielen des selbsterkl\u00e4rten Elterngl\u00fcckes \u2013 Kinderlachen und so weiter \u2013 gegen die Freiheiten und das Gl\u00fcck der gewollt Kinderlosen ab und bewegen sich dann eigentlich auf einer Ebene der emotionalen Standpunkte&#8230;<\/p>\n<p><strong>FvB: Du schweifst ab.<\/strong><\/p>\n<p>H: \u201aTschuldigung. Wo war ich? Achja&#8230; Auf die gesamtgesellschaftliche Perspektive bezogen wird\u2019s noch schwieriger, das Kinder-Haben zu rechtfertigen. Zum Beispiel, wenn gesagt wird, dass Kinder kriegen n\u00f6tig sei, um den Generationenvertrag aufrecht zu halten. Stimmt technisch gesehen vielleicht, aber da werden die entstehenden Menschen vorneweg als Arbeiter*innen und Verdiener*innen, also als R\u00e4dchen in der Funktionalit\u00e4t des bestehenden Systems interpretiert. Derlei pronatalistische Argumentationen bewegen sich au\u00dferdem eigentlich immer im Fahrwasser problematischer Diskurse. Man* denke da nur beispielsweise an rassistische \u201e\u00dcberfremdungs\u00e4ngste\u201c vom rechten Rand. Wenn ich als junge*r, wei\u00dfe*r, akademisch gebildete*r, christlich oder wenigstens agnostisch sozialisierte*r, able*r, deutsch sprechende*r, die heteronormative Bipolarit\u00e4t der Geschlechter nicht offensichtlich gef\u00e4hrdende*r, vielleicht sogar Steuern zahlende*r und nicht die Sozialsysteme \u201eausnutzende*r\u201c-<\/p>\n<p><strong>FvB: Ich hab den Faden verloren!<\/strong><\/p>\n<p>H: Naja, also wenn ich als \u00d6sterreicher*in \u2013 oder wie in meinem Fall noch schlimmer, als Deutsche*r! &#8211; aus der sogenannten Mehrheitsgesellschaft ein Kind zur Welt bringe, dann trage ich ja aktiv zum Erhalt des \u201egesunden Volksk\u00f6rpers\u201c bei und spiel\u2018 den Rechten direkt in die H\u00e4nde! Ich als Mutter der Nation!<\/p>\n<p><strong>FvB: W\u00e4h! Das klingt hart. Noch\u2018n Keks? Wie bist du jetzt mit dir selbst verblieben, was das Kinderkriegen anbelangt?<\/strong><\/p>\n<p>H: Hm&#8230; Das ist nat\u00fcrlich gar nicht so einfach und wahrscheinlich ist es moralisch auch nicht ganz einwandfrei sich postnatal dar\u00fcber Gedanken zu machen, ob die Entscheidung ein Kind zu kriegen pers\u00f6nlich und gesamtgesellschaftlich jetzt gut oder schlecht war (lacht). Nein ernsthaft, ich war vor vier, f\u00fcnf Jahren noch deutlich weniger politisiert und reflektiert. &#8211; Warte mal, das klingt jetzt so, als w\u00e4re ich jetzt superreflektiert&#8230; Aber ich meine, ich hatte wohl erstens das Gef\u00fchl, das Kind \u201ezu wollen\u201c und andererseits konnte ich mir damals nicht vorstellen, abzutreiben. Ob ich mit meiner jetzigen Einstellung damals anders entschieden h\u00e4tte, ist irgendwie eine Frage, die ich mir selbst nicht stellen darf. Find\u2018 ich. Oder? Wie gesagt, das ist moralisch paradox. Au\u00dferdem ist mein Kind super und das sag ich jetzt nicht nur so. Aber w\u00fcrde ich heute ungeplant schwanger werden, w\u00fcrde ich andere Gedankeng\u00e4nge haben und vielleicht anders entscheiden. Aber! (hebt den Zeigefinger)<\/p>\n<p><strong>FvB: Lass das doch mal, wir sind doch nicht in der Schule.<\/strong><\/p>\n<p>H: Sorry. Ich mein: Aber ich denk mir, dass man* gerade mit Kind \u2013 man* k\u00f6nnt fast sagen am Kind \u2013 emanzipative Gesellschaftsver\u00e4nderung betreiben kann. Hands-on sozusagen.<\/p>\n<p><strong>FvB: Also post-\/marxistisch, queerfeministisch, antirassistisch und so weiter erziehen?<\/strong><\/p>\n<p>H: Ich mag das Wort Erziehung nicht so gern, aber ja, ungef\u00e4hr so. Zum Beispiel,wenn ich mit meinem Kind gendersensibel spreche, ihm* nicht-normative Beziehungsformen vorlebe oder diesen sexistischen Quatsch mit dem geschlechtlich markiertem Spielzeug und rosa-blau-dichotomer Kleidung nicht mitmache. Die M\u00f6glichkeiten sind quasi unersch\u00f6pflich, was wohl daran liegt, dass in so vielen gesellschaftlichen Bereichen noch so viel besch-&#8230; Darf ich hier fluchen?<\/p>\n<p><strong>FvB: Wei\u00df nicht.<\/strong><\/p>\n<p>H: Naja, jedenfalls, dass immer noch so Vieles falsch l\u00e4uft&#8230; Das k\u00f6nnte man* doch als aktives Formen einer \u2013 ok, ich sag\u2018s jetzt einfach \u2013 besseren Gesellschaft bezeichnen, oder? Langwierig, aber nachhaltig. Und das gilt eigentlich auch nicht nur f\u00fcr den Umgang mit den so genannten eigenen Nachkommen.<\/p>\n<p><strong>FvB: So wird\u2019s ja immer gepredigt: Man* muss fr\u00fch anfangen, schon bei den Kindern!<\/strong><\/p>\n<p>H: Genau. Wobei, das ist nat\u00fcrlich nicht so einfach. Die bewegen sich ja nicht im luftleeren Raum und kriegen nat\u00fcrlich im Kindergarten, bei Nachbarn oder wo sie halt so sind, das ein oder andere Vorurteil mit. Aber immerhin.<\/p>\n<p><strong>FvB: It\u2018s something.<\/strong><\/p>\n<p>H: Indeed.<\/p>\n<p><strong>FvB: One step at a time.<\/strong><\/p>\n<p>H: Das klingt jetzt mehr nach Reform als Revolution&#8230;<\/p>\n<p><strong>FvB: H\u00e4?<\/strong><\/p>\n<p>H: Hm&#8230;<\/p>\n<p><strong>FvB: Na gut, um jetzt zum Abschluss noch den Zusammenhang zum Heft-Thema Macht-K\u00f6rper-Sex zu schlie\u00dfen: Warum w\u00fcrdest du sagen, passt \u201eKinder-Haben\u201c da rein?<\/strong><\/p>\n<p>H: Puh, die Zusammenh\u00e4nge zwischen Kinder kriegen, Kinder haben und dem Umgang mit Kindern mit der Trias Macht-K\u00f6rper-Sex sind so vielf\u00e4ltig, dass ich wahrscheinlich bis morgen dr\u00fcber quatschen k\u00f6nnt und selbst dann noch die H\u00e4lfte vergessen h\u00e4tte&#8230; Aber um mal ein paar andere Themen anzurei\u00dfen, die da reinpassen und die ich jetzt noch nicht angesprochen habe: Machtverh\u00e4ltnisse und Machtaus\u00fcbung sind wahrscheinlich grundlegender Bestandteil des Konzeptes \u201eErziehung\u201c. Man* k\u00f6nnte sich auch \u00fcberlegen, inwiefern quasi-erzieherische Verh\u00e4ltnisse von Sch\u00fcler*in-Lehrer*in bzw. Prof-Studi einen \u00e4hnlichen Charakter haben. Der Zusammenhang mit Sex ist recht offensichtlich, wenn man* jetzt an Kinder als Produkt des k\u00f6rperlichen-materiellen Reproduktionsaktesdenkt. Aber auch da kann man* viel tiefer graben: Wer kann, soll, darf sich sexuell reproduzieren, Kinder und Sexualit\u00e4t, \u00e4h&#8230;. Und K\u00f6rper&#8230; Das f\u00e4ngt bei der Schwangerschaft an, wo der K\u00f6rper zum \u00f6ffentlichen Objekt und gesellschaftlichen Kampfgebiet wird: nicht rauchen, nicht trinken, anfassen lassen, belehren lassen, nicht schwer tragen und so weiter. Bis auf die Augenringe \u2013 die man* ja auch aus anderen Gr\u00fcnden haben kann \u2013 sieht man* dann nach der Schwangerschaft einem K\u00f6rper dann wiederum nicht mehr unbedingt und sofort an, dass die Person darin Kinder hat. Die Vergeschlechtlichung der entstehenden Menschen im Uterus durch \u201eWas wird es denn?\u201c&#8230; Ich denk mir auch manchmal, dass wir in unseren postmarxistischen Kreisen immer wieder beschw\u00f6ren, wie wichtig doch der Einbezug von Reproduktion in die gesellschaftliche Analyse ist, aber die tats\u00e4chlichen Erfahrung in der Reproduktion in Bezug auf Kinder eher wenig pr\u00e4sent sind. Oder-<\/p>\n<p><strong>FvB: Ok ok, das reicht dann auch. Eine letzte Frage noch: Warum sagt du eigentlich immer \u201edas Kind\u201c? Das klingt so neutral und unpers\u00f6nlich.<\/strong><\/p>\n<p>H: Wei\u00dft eh&#8230; Wenn ich \u201emein Sohn\u201c oder \u201emeine Tochter\u201c sagen w\u00fcrde, h\u00e4tte ich\u2018s schon vergeschlechtlicht. Aber es soll selbst entscheiden, wer und was es ist.<\/p>\n<p><strong>FvB: Eh klar. Und wie hei\u00dft \u201ees\u201c?<\/strong><\/p>\n<p>H: \u00c4h&#8230; Kann ich nicht sagen, Datenschutz.<\/p>\n<p><strong>FvB: Na dann danke f\u00fcr das Gespr\u00e4ch!<\/strong><\/p>\n<p>H: Jaja, schon gut.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Hanna van Bommel<\/p>\n<\/div>\n<\/section>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Studium, Aktivismus, Elternsein: ein Interview mit mir selbst Frau van Bommel (Gezeit): Hallo, Hanna! Erstmal danke, dass du dir Zeit genommen hast f\u00fcr dieses Interview zu so sp\u00e4ter Stunde. 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